Sterbesegen und Aussegnung

In letzter Stunde nicht allein

Ein Kreuz, an dem sich Sonnenstrahlen brechen

Bei der Aussegnung wird der Sterbende mit Gebet und Segen in Gottes Hand gegeben.

Bild: iStockPhoto / DundStock

Den Augenblick des Abschieds müssen Sterbende und deren Angehörige nicht allein durchstehen. Mit Sterbesegen und Aussegnung werden Sterbenden und Verstorbene in Gottes Hand gegeben.

Die christliche Tradition kennt Sterbesegen und Aussegnung, Rituale, die in der Regel Pfarrerinnen und Pfarrer vor Ort anbieten. Es empfiehlt sich, schon frühzeitig Kontakt mit Pfarrerinnen und Pfarrern aufzunehmen und sie um Seelsorge und Begleitung im Sterbefall zu bitten. Dabei können folgende Fragen zur Sprache kommen:

  • Möchte ich nach Eintritt des Todes eine Zeit der Stille und Sammlung?
  • Will ich neben das Totenbett ein Kreuz stellen, eine Kerze anzünden?
  • Möchte ich andere in diesem Augenblick dabei haben?
  • Wen will ich rufen, dass er mit mir die Zeit des Abschiednehmens teilt? (Verwandte, Freunde, Nachbarn, gute Bekannte, den Arzt)
  • Möchte ich einen Pfarrer / eine Pfarrerin dazu rufen?
  • Habe ich selbst gute Worte, eine Bibel, ein Gesangbuch, eine Musik
Zitat

Es segne dich Gott, der Vater, der dich nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Es segne dich Gott, der Sohn, der dich durch sein Leiden und Sterben erlöst hat. Es segne dich Gott, der Heilige Geist, der dich zum Leben gerufen und geheiligt hat. Gott, der Vater, und der Sohn und der Heilige Geist geleite dich durch das Dunkel des Todes.“

Sterbesegen

Das bange Warten vor dem Tod kann sich lange hinziehen. Viele Angehörige empfinden es als eine große Entlastung, dabei nicht allein zu sein.

Pfarrerinnen und Pfarrer helfen dabei, eine Sprache für die Traurigkeit und Klage zu finden, mit den Sterbenden zu beten, den Sterbenden noch einmal zu danken und von schönen gemeinsamen Erinnerungen, aber auch von manchen offenen Fragen zu erzählen.

Dies ist auch dann sinnvoll, wenn Sterbende nicht bei Bewusstsein sind. Auch ein letztes gemeinsames Abendmahl kann eine wertvolle Erinnerung über den Tod hinaus sein.

Aussegnung am Sterbebett

Die Aussegnung steht für Angehörige am Ende der Begleitung im Sterben und zugleich am Beginn der Trauer. Dazu kann am Sterbebett oder am offenen Sarg ein Kreuz aufgestellt werden. Kerzen werden entzündet. Zusammen mit den Angehörigen, vielleicht auch Nachbarn und Freunden, betet der Pfarrer oder die Pfarrerin, hören ein Wort aus der Bibel, nehmen in der Stille Abschied oder richten letzte Worte an die Verstorbenen. Weinen, Klagen, Schweigen und dankbares Erinnern haben hier ihren Platz. Noch einmal wird der Verstorbene gesegnet. Auch den Hinterbliebenen wird der Segen zugesprochen.


20.03.2014 / Anne Lüters