Kirchliche Hilfsangebote

Kirchliche Hilfsangebote

Trauergruppe

Trost in einer Trauergruppe: Menschen, die nach dem Tod eines Angehörigen Abschied nehmen müssen, finden hier einen wichtigen Halt

Bild: iStockPhoto /Rich Legg

Nicht nur bei der Beerdigung selbst, auch in der Zeit der Trauer kann sich die evangelische Kirche als wichtiger Ansprechpartner für Trauernde erweisen.

Gerade in den ersten Wochen, wenn Leere eintritt und der Schmerz über den Verlust einen geradezu überfällt, kann es tröstlich sein, eine Glaubensgemeinschaft aufzusuchen, oder auch nur zu wissen, dass es sie gibt. Auch ein Aufenthalt in einer offenen Kirche oder ein Gang zum Friedhof kann als wohltuend empfunden werden.

Neben diesen sehr offenen Möglichkeiten gibt es weitere, gezielte Angebote für Trauernde. Da der Markt an Trauerbegleitung durch Vereine, Organisationen oder Einzelpersonen recht unübersichtlich ist, empfiehlt es sich, sich bei Kirchengemeinden, Diakonie oder Hospizvereinen nach Angeboten vor Ort zu erkundigen.

Seelsorge und Beratung

Auch nach der Bestattung bleiben Gemeindepfarrerinnen und Gemeindepfarrer für trauernde Angehörige ansprechbar, bieten Beratung, leisten seelsorglichen Beistand und kommen nach einigen Wochen oft noch einmal vorbei.

Seelsorgerinnen und Seelsorger an Kliniken und Palliativstationen laden häufig Mitarbeitende und Angehörige zu einem Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Patienten ein. Oft bieten auch die Diakonie oder der Hospizverein vor Ort Beratung und Trauerbegleitung an.

Trauergruppen und Cafés

Neben der seelsorglichen Begleitung und Beratung werden auch vermehrt offene oder geschlossene Trauergruppen angeboten. Hier können sich Trauernde in einer angenehmen Atmosphäre mit Menschen austauschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Meine Gemeinde vor Ort

Sowohl die Träger als auch die Form der Begegnung können sehr unterschiedlich sein: Bildungswerke und Kirchengemeinden, Diakonie oder Hospizvereine, aber auch private Träger bieten Trauergruppen an. Während Trauercafés eher offene Angebote sind, bitten manche Trauergruppen um Anmeldung, rechnen mit regelmäßiger Teilnahme oder lassen nur zu bestimmten Zeiten neue Teilnehmer zu. Oft werden Trauercafés oder –gruppen von erfahrenen Trauerbegleitern oder -begleiterinnen geleitet.

Hier ist es ratsam, vorher gut zu überlegen: Wird eine fortgesetzte Begleitung in einer vertrauten Gruppe gewünscht oder eher die offene, unverbindliche Begegnung gesucht? Erkundigen Sie sich, welche Gruppen vor Ort angeboten werden. Auskunft darüber gibt Ihre Kirchengemeinde oder die örtliche Diakonie.

Hilfe im Internet

Das beste kirchliche Angebot im Internet ist www.trauernetz.de. Getragen von einigen großen evangelischen Landeskirchen, bietet es Trauernden die Möglichkeit, Gedenkseiten für ihre Verstorbenen anzulegen. Musik, Gebete und Lyrik, die den unterschiedlichen Gefühlen und Bedürfnissen in der Zeit der Trauer nachgehen, laden dazu ein, sich über die eigenen Empfindungen mehr Klarheit zu verschaffen.

Darüber hinaus enthält das Portal Kontaktangebote, ausführliche Literaturempfehlungen und Veranstaltungshinweise. Einmal im Jahr, zum Ewigkeitssonntag, laden die Herausgeber von Trauernetz zu einer Chatandacht ein. Während dieser Online-Andacht werden die Namen von Verstorbenen, die zuvor in ein Trauerbuch eingetragen werden können, eingeblendet. Alle Teilnehmenden sind währenddessen im Chat zu Gebet und Gedenken eingeladen, die Andacht schließt mit Vaterunser und Segen.

Während in Gemeindegottesdiensten zum Ewigkeitssonntag nur die Namen der im zurückliegenden Jahr Verstorbenen verlesen werden, richtet sich die Chatandacht besonders an Menschen, die ihrer Freunde oder Verwandten namentlich gedenken wollen, auch wenn der Todesfall schon länger zurück liegt. Die Chatandacht auf www.trauernetz.de erweitert so das Angebot der Kirchengemeinden vor Ort.


27.05.2014 / Anne Lüters