Lieder und Gedichte

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“

Zwei Hände halten einander

Viele christliche Lieder und Gedichte machen in Situationen der Trauer wieder neuen Lebensmut

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Durch alle Jahrhunderte hindurch hat christlicher Glauben den Menschen durch Trauer und Not hindurch geholfen und sie im Sterben begleitet.

Das hat in Kirchenliedern und Gebeten, in Gedichten und persönlichen Glaubenszeugnissen seinen Niederschlag gefunden – Texte, die heute Mut machen und stärken können. Hier eine kleine Auswahl.

Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen;
ich geb' mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen;
denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleibe, da sollst du sein;
uns soll der Tod nicht scheiden.
Martin Luther

Lass niemals von Gott! Liebe ihn!
Wenn du das im Augenblick nicht kannst, dann streite mit ihm, klage ihn an. Und rechte mit ihm wie Hiob, ja, wenn du das nicht kannst, lästere ihn, aber – lass ihn nie.
Theodor Hacker (EG 518)

Gott will im Dunkeln wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht, wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht.
Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.
Jochen Klepper

Zitat

Wir alle fallen, diese Hand da fällt. Und sie dir andre an: Es ist in allen. Und doch ist einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Lass warm und still die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang
Der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Dietrich Bonhoeffer

Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod; und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.
Paul Gerhardt

Zitat

„Es gibt nicht ein Reich der Lebenden und ein Reich der Toten- es gibt nur ein Reich Gottes; und lebend wie tot sind wir alle in IHM."

- anonym aus einer Todesanzeige

Hier ruht der Leib des B. Franklin, Drucker, (wie der Umschlag eines alten Buches, sein Inhalt herausgerissen und seiner Buchstaben und Vergoldung beraubt) Nahrung für die Würmer. Aber das Werk wird nicht verloren sein; denn es wird (wie er glaubt) nochmals erscheinen, in einer neuen und vornehmeren Ausgabe, revidiert und korrigiert vom Autor.

Benjamin Franklins Grabinschrift, nach seinem 21. Geburtstag selbst entworfen


05.05.2014 / Anne Lüters