Hospiz

Wärme und Würde bis zuletzt: dafür setzen sich die Hospize in Deutschland ein

Bild: i-Stock, PIKSEL

Hospize in Bayern

Würdiges Leben bis zuletzt

„Den Tagen mehr Leben geben, nicht dem Leben mehr Tage“, war Ziel der Begründerin der  modernen Hospizbewegung. Mit Fürsorge und Schmerzlinderung wird Sterbenden der letzte Lebensabschnitt erleichtert.

Es ist der Britin Cicely Saunders zu verdanken, dass auch in unserem Teil der Welt unheilbar kranke und sterbende Menschen wahrgenommen werden. Die Ärztin ermöglichte sterbenskranken Menschen im St. Christophers Hospice in London, ihren letzten Lebensabschnitt menschenwürdig zu erleben, und begründete damit die Hospizbewegung.

In der medizinischen Forschung entwickelte sich parallel der palliative Zugang. Fürsorge, Pflege, medizinische Behandlung sollten nicht da aufhören, wo kein Heilungserfolg mehr zu erwarten war. Vielmehr sollte es auch dort noch „Behandlungsangebote“ geben, wo ein Behandlungserfolg nur noch in Schmerzlinderung, nicht mehr in Heilung bestehen konnte.

Hospize: Zahlen und Daten

Zurzeit gibt es 20 stationäre Hospize, 47 Palliativstationen sowie über 140 ambulante Hospiz- und Palliativdienste in Bayern. Rund 7.000 Menschen engagieren sich im Freistaat ehrenamtlich und fördern die Arbeit für schwerstkranke und sterbende Menschen.

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Mittlerweile hat sich - nicht ohne Schwierigkeiten - die Palliativmedizin als eigener Zweig in der klinischen Medizin etabliert Dort, wo der Tod nicht mehr abzuwenden ist, arbeitet sie für Lebensqualität und versucht, von belastenden Symptomen zu befreien.

Denn – so die Überzeugung von Palliativmedizin und Hospizarbeit - Menschen, die bald sterben müssen, dürfen nicht aufgegeben und alleine gelassen werden. Sie und ihre Angehörigen brauche eine individuelle ganzheitliche Betreuung – medizinisch, psychosozial und seelsorglich. 

Viele Sterbende wünschen sich, ihren letzten Lebensabschnitt im vertrauten Umfeld zu erleben. Oft sind einfach Nähe und Trost wichtig. Am Sterbebett können z.B. Erinnerungen ausgetauscht, Lieder gesungen und Gebete gesprochen werden:

Wir können viel tun, was Sterbenden und ihren Angehörigen wohl tut, was Schmerzen auf ein zumindest erträgliches Maß mindert, was Raum gibt für Gefühle, für Fragen und Klärungen, für Tröstliches. Noch einmal lässt sich dann spüren, was Leben schön und kostbar macht: innige Zuneigung, Freundschaft und Liebe.“

Susanne Breit-Keßler, ehemalige Regionalbischöfin von München

So umfasst das Angebot neben stationärer Hospize und Palliativstationen in Krankenhäusern auch ambulante Hospizdienste und Sitzwachen. Hospizhelferinnen und -helfer begleiten Sterbende und leisten wichtige Hilfestellung beim Übergang vom Leben zum Tod.

23.09.2020
Anne Lüters

Die Hospizidee möchte eine Haltung der Annahme und Begleitung von Sterben und Tod kultivieren. Sie wendet sich dementsprechend in aller Deutlichkeit gegen die Legalisierung aktiver Sterbehilfe.

Die Evangelische Stiftung Hospiz, 2005 als Unterstiftung der Bayerischen Stiftung Hospiz errichtet, macht es sich zur Aufgabe, den Gedanken der Hospizbewegung und die Möglichkeiten palliativer Betreuung weiter zu verbreiten und Projekte zur Begleitung Sterbender und ihrer Angehöriger im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und ihrer Diakonie zu unterstützen.

Schirmfrau der Stiftung ist die ehemalige Regionalbischöfin von München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, Vorsitzender des Stiftungsbeirats ist Regionalbischof Christian Kopp.