Über den Tod sprechen

Mut zum offenen Gespräch

Eine liegende Rose

Gespräche über den Tod sind ein Tabu

Bild: Pixelio / Peter Franz

Viel zu oft werden solche Gespräche über den Tod gemieden. Doch sie helfen dazu, den Willen einer geliebten Person zu erfüllen, wenn diese ihn nicht mehr äußern kann.

Ob es um die Beerdigung geht oder um ein würdiges Sterben - wer derartige Themen anspricht, mutet seinen Angehörigen viel zu. Gleichzeitig setzt sie, setzt er sich der Kritik oder gar Zurückweisung aus: „Du kannst von mir nicht verlangen, dass ich womöglich gegen die Ärzte deinen Willen durchsetzen muss, damit lebensverlängernde Maßnahmen unterbleiben.“

Meine Gemeinde vor Ort

So schwer diese Gespräche sind – sie helfen dazu, den anderen besser zu verstehen und dann im Ernstfall seine Wünsche besser zu respektieren. Wer es wagt, über den Tod zu sprechen, der kann erleben, dass manche Ängste kleiner, das Verständnis tiefer und die gegenseitige Wertschätzung größer werden. Folgende Fragen könnten als Anregungen für ein Gespräch dienen:

  • Was erwartet dich nach dem Tod? Woran glaubst du?
  • Gibt es etwas, das du vor dem Tod noch unbedingt machen möchtest?
  •  Einen Menschen, den Du gerne noch sehen würdest?
  • Wovor habe ich eigentlich mehr Angst – vor dem Sterben oder vor Schmerzen?
  • Gibt es etwas, das dich trösten kann, wenn ich vor dir sterbe?
  • Gibt es ein Lied, einen Spruch, ein Buch, das dir besonders wichtig ist? Was verbindest du damit?
  • Hast du konkrete Vorstellungen davon, wie wir dein Andenken bewahren sollen?
  • Was wünschst du dir für die Kinder?
  • Gibt es etwas, was wir tun können, damit die Kinder deinen Segen mitnehmen?
  • Wann hört für dich das Leben auf?

Die Pfarrerin oder den Pfarrer ansprechen

Wer sich Gedanken über den eigenen Tod macht, stößt zuweilen auch auf offene Punkte in seinen Beziehungen zu den Angehörigen, zu sich selbst oder zu Gott. Manchmal ist es gut, mit jemandem zu sprechen, der nicht unmittelbar betroffen ist. Dafür stehen Pfarrerinnen und Pfarrer gern als Gesprächspartner zur Verfügung.


20.03.2014 / Anne Lüters
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