Kinder und Tod

Ehrlich Antwort geben

Kind vor Sarg

Der Tod ist unfassbar, für Kinder besonders - deshalb brauchen sie eine gute Begleitung

Bild: iStockphoto / © Rubberball

"Mama, stirbst du auch?“ Diese Frage bringt viele Eltern in Verlegenheit. Kinder und Tod sind zwei Bereiche, die nicht zusammen zu passen scheinen.

Viele Erwachsene scheuen sich deshalb, mit ihren Söhnen und Töchtern über den Tod zu sprechen. Und je mehr Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern sterben, desto weniger selbstverständlich erfahren Kinder den Tod von Angehörigen in ihrem Alltag, und desto weniger können sich damit auseinander setzen.

Schonungslose Fragen

Doch Kinder erleben den Tod und interessieren sich für das Thema. Der tote Spatz auf der Straße und der Verlust eines Haustieres sind erste Erfahrungen damit. Etwa ab dem dritten Lebensjahr beschäftigt der Tod die Kinder, sie machen sich ihre eigene Vorstellung davon und ordnen ihn in ihr Weltbild ein. Erwachsene sind oft schockiert, wie schonungslos die Jüngsten nach dem eigenen Tod und dem ihrer Eltern fragen. Aber daran, wie die Erwachsenen mit den Fragen der Kinder umgehen, entscheidet sich, ob die Kinder ihn als eine Furcht einflößende Bedrohung oder als ein Phänomen sehen, das natürlich zum Leben gehört und traurig macht.

Wenn ein Kind stirbt

Völlig widernatürlich erscheint es uns jedoch, wenn ein Kind stirbt. Eltern und Geschwister, ja das ganze Umfeld eines Kindes geraten in eine tiefe Krise. Dass auch eine Fehlgeburt der Tod eines Kindes ist, der eine Familie ein Leben lang prägt, dafür ist erst in den vergangenen Jahrzehnten die Sensibilität gewachsen. Ausdruck dafür sind die Fötengräber, die seit wenigen Jahren in ganz Bayern entstehen. Trauernden Eltern und Geschwistern bietet die evangelische Kirche Begleitung und Unterstützung.


23.04.2014 / Anne Lüters
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